Die "Brasilien-Arbeitsgruppe in der ADLAF" (Arbeitsgemeinschaft Deutsche Lateinamerika-Forschung), die vom Zentrum für Wissenschaftliche Kommunikation mit Ibero-Amerika CCC (Centro de Comunicación Científica) koordiniert wird, veranstaltete vom 21. bis zum 23. Juni 2000 in der Fritz Erler Akademie zu Freudenstadt eine Tagung "Zum Stand der Brasilien-Forschung in Deutschland", an der sowohl Experten als auch junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Brasilien aktiv teilnahmen.
In fünf Themenblöcken wurde auf die Situation der Brasilien bezogenen Forschungen im Bereich der Wirtschafts-, Politik-, Sozial-, Literatur- und Raumwissenschaften eingegangen. Nach den Einführungsreferaten zum aktuellen Stand der Brasilienforschung, die unter den Titeln "Globalisierung und Regionalisierung", "Institutionen und Staat", "Sozialer Wandel", "Kultur und Nation" sowie "Stadt, Land und Umwelt" von deutschen und brasilianischen Experten vorgetragen wurden, erhielten die Anwesenden die Möglichkeit, ihre eigene Forschungen vorzustellen. Bei den verschiedenen Projektpräsentationen entwickelte sich ein interdisziplinärer Dialog, der die Bedeutung der Kommunikation zwischen den Fachdisziplinen deutlich zeigte. So z. B. im Bereich der vorgestellten geographischen Forschungen aber auch der Agrarwissenschaften oder der Veterinärmedizin mit ihren wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Implikationen.
Aus diesem Grunde wurde beschlossen, durch die Erstellung einer E-Liste von Brasilien bezogenen Projekten und Einzelwissenschaftlern dafür zu sorgen, daß dieser während der Tagung besonders intensiv praktizierte interdisziplinäre Dialog auch hier seine Fortsetzung findet. Die Aktivitäten der "Brasilien-Arbeitsgruppe in der ADLAF" werden sich deshalb in nächster Zukunft neben der Förderung der interdisziplinären Kommunikation auch auf die Erstellung der Publikation der Tagungsergebnisse konzentrieren. Eine Ausgabe auf portugiesisch würde in diesem Zusammenhang auf großes Interesse bei den brasilianischen Partnern stoßen.
An der Tagung nahmen auch Vertreter der wichtigsten deutschen Institutionen teil, welche die Brasilienforschung fördern, so z. B. das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Alexander von Humboldt-Stiftung und Deutscher Akademischer Austauschdienst. Dadurch wurde auch die Stellung hervorgehoben, die Brasilien nicht nur als größtes lateinamerikanisches Land, sondern auch als eines der führenden Mitgliedsländer im Gemeinsamen Südamerikanischen Markt (MERCOSUR) für die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland eingenommen hat.
Die "Brasilien-Arbeitsgruppe in der ADLAF" wird in Zukunft unter http://homepages.uni-tuebingen.de/ccc/ccc.html ihre Informationen den Brasilien-Interessierten zur Verfügung stellen. Interessierten sollen sich an die Koordinationstelle unter ccc@oe.uni-tuebingen.de wenden.